Giovanni Panerai eröffnete 1860 in Florenz eine Uhrmacherwerkstatt auf dem Ponte alle Grazie, die zugleich Geschäft und Uhrmacherschule war. Unter seinen Nachfahren wandte sich das Unternehmen zunehmend Präzisionsinstrumenten für die italienische Marine zu, darunter Kompasse, Tiefenmesser und Zielvorrichtungen. 1916 meldete Panerai die Leuchtmasse Radiomir auf Radiumbasis zum Patent an, die Zifferblätter und Instrumente unter Wasser und bei Nacht ablesbar machte und den Grundstein für die späteren Uhren legte.
In den 1930er-Jahren entstanden für die Kampfschwimmer der Regia Marina die ersten Prototypen der Radiomir: große Kissengehäuse mit Drahtbügeln und kontrastreichen Zifferblättern, gefertigt in Zusammenarbeit mit Rolex, das Gehäuse und Werke lieferte. 1949 ersetzte die Leuchtsubstanz Luminor auf Tritiumbasis das Radium, später kam der markante Kronenschutzbügel hinzu. Spezialanfertigungen wie die Egiziano für die ägyptische Marine erweiterten den Kreis der Auftraggeber. Die Uhren blieben jahrzehntelang militärischen Nutzern vorbehalten und waren in der Öffentlichkeit kaum bekannt, was ihren Nimbus bis heute nährt.
1993 kamen die ersten Modelle für private Kunden auf den Markt und fanden bald Anhänger unter Sammlern und Filmschaffenden; 1997 übernahm die heutige Richemont-Gruppe die Marke. Seit 2002 werden die Uhren in Neuchâtel gefertigt, wo 2014 eine neue Manufaktur eröffnete; Management und Design sind in Mailand angesiedelt. Panerai steht damit für eine besondere Verbindung aus italienischer Gestaltung und Schweizer Uhrmacherei, mit großen Gehäusen und einer Formensprache, die sich über Jahrzehnte kaum verändert hat. Ihre Anhänger, die sich „Paneristi“ nennen, bilden eine der lebendigsten Sammlergemeinschaften der Branche und pflegen das Wissen um Referenzen und Details.
Gegründet von: Giovanni Panerai
Die Ikonen von Panerai
Radiomir
Das Kissengehäuse mit Drahtbügeln entstand als Prototyp für die Kampfschwimmer der italienischen Marine.
Luminor
Der halbmondförmige Kronenschutzbügel macht die Luminor zur bekanntesten Silhouette der Marke.
Submersible
Die professionelle Taucheruhrlinie mit drehbarer Lünette knüpft direkt an die Einsatzgeschichte unter Wasser an.
Luminor Due
Die flachere Interpretation übersetzt den Charakter der Luminor in eine zurückhaltendere, alltagsnahe Form.
Manufaktur und Technik
Seit dem Aufbau der Manufaktur in Neuchâtel entwickelt Panerai eigene Kaliber, häufig mit langer Gangreserve von drei Tagen und mehr, bis hin zu Werken mit acht Tagen. Das Sandwich-Zifferblatt, bei dem eine Leuchtschicht unter einem perforierten Oberblatt liegt, sorgt für die typische Tiefe und Ablesbarkeit. Bei der Luminor presst ein Hebel am Bügel die Krone gegen das Gehäuse und dichtet sie zusätzlich ab. Panerai experimentiert zudem mit ungewöhnlichen Werkstoffen, darunter Bronze mit sich entwickelnder Patina, Carbotech aus Carbonfasern und recycelte Materialien für Gehäuse.
Bekannt ist Panerai unter anderem für Gangreserve. Probieren Sie diese Komplikation an unserer Komplikationen-Uhr aus.
Für wen Panerai passt
Für Träger, die große, klar ablesbare Uhren mit militärischer Herkunft mögen und eine markante Silhouette einem klassischen Rund vorziehen.
Häufige Fragen zu Panerai
Was ist der Unterschied zwischen Panerai Radiomir und Luminor?
Die Radiomir hat ein Kissengehäuse mit Drahtbügeln oder angesetzten Bandanstößen und keinen Kronenschutz. Die Luminor erkennt man am halbmondförmigen Bügel, der die Krone schützt und abdichtet.
Ist Panerai eine italienische oder eine Schweizer Marke?
Beides: Panerai wurde 1860 in Florenz gegründet, Management und Design sitzen in Mailand. Die Uhren werden seit 2002 in Neuchâtel in der Schweiz gefertigt, die Marke gehört zur Richemont-Gruppe.
