Der Uhrmacher Florentine Ariosto Jones aus Boston kam 1868 mit einem ungewöhnlichen Plan in die Schweiz: Er wollte das Können Schweizer Uhrmacher mit amerikanischen Fertigungsmethoden verbinden, vor allem für den amerikanischen Markt. In Schaffhausen fand er dafür gute Voraussetzungen, nicht zuletzt die Energie aus dem Wasserkraftwerk, das Heinrich Moser am Rhein errichtet hatte. So entstand die International Watch Company, deren Stammhaus bis heute am Rheinufer steht, fern der Uhrenzentren im Jura und am Genfersee. Wirtschaftlich ging der Plan des Gründers allerdings zunächst nicht auf.
Nach schwierigen Anfangsjahren übernahm die Schaffhauser Industriellenfamilie Rauschenbach das Unternehmen; über deren Erbin Emma wurde später der Psychiater Carl Gustav Jung Miteigentümer. Im 20. Jahrhundert entstanden die Linien, die die Marke bis heute prägen: 1939 die Portugieser, 1940 die Große Fliegeruhr, 1948 die Mark 11 für die Royal Air Force und 1955 die antimagnetische Ingenieur. 1978 ging das Unternehmen an den deutschen Konzern VDO; später bildete IWC mit Jaeger-LeCoultre und A. Lange & Söhne eine gemeinsame Holding, die 2000 an die Richemont-Gruppe ging.
In der Welt der Luxusuhren steht IWC für eine technisch argumentierende, eher nüchterne Haltung. Typisch sind klare Zifferblätter, gut ablesbare Anzeigen und Komplikationen, die sich logisch bedienen lassen, allen voran der ewige Kalender von Kurt Klaus, der sich vollständig über die Krone einstellen lässt. Diese Mischung aus Werkzeuguhr und Haute Horlogerie macht die Marke für sehr unterschiedliche Sammler interessant, vom Piloten bis zum Liebhaber großer Kalender. Ein Museum am Stammsitz zeigt die Geschichte der Manufaktur, das 2018 eröffnete Manufakturzentrum in Merishausen bündelt Werk- und Gehäusefertigung.
Gegründet von: Florentine Ariosto Jones
Die Ikonen von IWC Schaffhausen
Portugieser
Auf Wunsch zweier portugiesischer Händler entstand eine große Armbanduhr mit Taschenuhrwerk und der Präzision eines Marinechronometers.
Große Fliegeruhr
Die Beobachtungsuhr mit großem Durchmesser und klarem Zifferblatt prägt das Bild der Fliegeruhr bis heute.
Ingenieur
Ein Innengehäuse aus Weicheisen schützte das Werk vor Magnetfeldern, eine frühe Antwort auf technische Arbeitswelten.
Portofino
Die schlichte runde Dresswatch, ursprünglich mit Mondphase, zeigt die elegante Seite der Marke.
Manufaktur und Technik
Der von Albert Pellaton in den 1940er-Jahren entwickelte Klinkenaufzug nutzt beide Drehrichtungen des Rotors und arbeitet bis heute in modernen IWC-Kalibern, teilweise mit verschleißarmen Komponenten aus Keramik. Kurt Klaus konstruierte 1985 einen ewigen Kalender, der sich ausschließlich über die Krone einstellen lässt und eine vierstellige Jahresanzeige besitzt. IWC arbeitete früh mit Titan und Keramik für Gehäuse und verfügt über lange Erfahrung mit antimagnetischen Konstruktionen, die auf die Ingenieur zurückgeht. Die Werke sind auf Robustheit und Servicefreundlichkeit ausgelegt.
Bekannt ist IWC Schaffhausen unter anderem für Gangreserve und Ewiger Kalender. Probieren Sie diese Komplikationen an unserer Komplikationen-Uhr aus.
Für wen IWC Schaffhausen passt
Für Käufer mit Sinn für Technik und klare Ablesbarkeit, die eine vielseitige Uhr zwischen Fliegeruhr, Dresswatch und Komplikation suchen.
Häufige Fragen zu IWC Schaffhausen
Warum heißt die IWC Portugieser so?
Ende der 1930er-Jahre bestellten zwei portugiesische Händler bei IWC große Armbanduhren mit der Präzision eines Marinechronometers. Daraus entstand 1939 die Ref. 325, deren Auftraggeber der Linie ihren Namen gaben.
Was ist der Pellaton-Aufzug?
Der Pellaton-Aufzug ist ein vom damaligen IWC-Technikchef Albert Pellaton entwickeltes Automatiksystem. Eine herzförmige Kurvenscheibe auf der Rotorachse bewegt zwei Klinken, die das Aufzugsrad in beiden Drehrichtungen des Rotors antreiben.
