Wissen

Uhrenwissen zum Ausprobieren

Finden Sie die passende Gehäusegröße, messen Sie die Ganggenauigkeit Ihrer Uhr, testen Sie Ihr Wissen und schlagen Sie Fachbegriffe nach.

AI generated
Handgelenk-Simulator

Welche Größe passt zu Ihrem Handgelenk?

Messen Sie Ihren Handgelenkumfang mit einem Maßband knapp oberhalb des Handgelenkknochens. Der Simulator zeigt die Uhr maßstabsgetreu von oben und von der Seite.

Gehäuseform
Empfohlener Durchmesser
Max. Bandanstoß
Handgelenkbreite (oben)

Orientierung auf Basis gängiger Faustregeln. Bandanstoß, Bandbreite und Form beeinflussen die Wirkung stark. Probieren Sie die Uhr vor dem Kauf an.

Präzisions-Rechner

Wie genau läuft Ihre Uhr?

Stellen Sie Ihre Uhr sekundengenau, tragen Sie sie einige Tage und vergleichen Sie dann mit einer Funkuhr oder der Zeitansage. Der Rechner zeigt die mittlere Abweichung und ordnet sie ein.

Positiv = Uhr geht vor, negativ = Uhr geht nach.

Abweichung pro Tag
Pro Monat (30 Tage)
Pro Jahr

Normwerte: COSC nach ISO 3159 (Werk, −4 bis +6 s/Tag), METAS Master Chronometer (fertige Uhr, 0 bis +5 s/Tag), Rolex Superlative Chronometer (fertige Uhr, −2 bis +2 s/Tag), Patek Philippe Siegel (−1 bis +2 s/Tag), Grand Seiko Standard (−3 bis +5 s/Tag). Im Alltag hängt die Gangabweichung auch von Lage, Temperatur, Aufzugszustand und Magnetismus ab. Mehr im Beitrag Chronometer, COSC und METAS.

Kenner-Quiz

Wie gut kennen Sie die Haute Horlogerie?

Zwölf Fragen zu Manufakturen, Technik und Geschichte. Nach jeder Antwort folgt die Erklärung, am Ende Ihr Ergebnis.

Zeitstrahl

Meilensteine der Uhrmacherei

Von der tragbaren Uhr der Renaissance bis zur Siliziumspirale. Ziehen oder scrollen Sie durch die Jahrhunderte.

um 1510

Tragbare Uhren aus Nürnberg

Der Nürnberger Schlosser Peter Henlein gilt als einer der Ersten, die kleine, federgetriebene Uhren zum Mitnehmen bauten. Ein Zeitgenosse rühmte 1511/12 Nürnberger Uhren, die 40 Stunden liefen.

1675

Huygens und die Unruhspirale

Christiaan Huygens stellt die Spiralfeder für die Unruh vor. Taschenuhren werden dadurch erheblich genauer, das Prinzip arbeitet bis heute in jeder mechanischen Uhr.

1735

Gründung von Blancpain

Jehan-Jacques Blancpain richtet in Villeret im Berner Jura eine Uhrmacherwerkstatt ein. Blancpain zählt damit zu den ältesten Uhrenmarken der Welt.

1755

Vacheron Constantin in Genf

Jean-Marc Vacheron eröffnet in Genf seine Werkstatt. Vacheron Constantin gilt als älteste Uhrenmanufaktur mit ununterbrochener Geschichte.

um 1755

Mudges freie Ankerhemmung

Der Londoner Uhrmacher Thomas Mudge erfindet Mitte der 1750er-Jahre die freie Ankerhemmung. Ihr Prinzip arbeitet bis heute in den meisten mechanischen Uhren.

1775

Breguet in Paris

Abraham-Louis Breguet gründet seine Werkstatt am Quai de l'Horloge in Paris. Seine Erfindungen und Gestaltungsideen prägen die Uhrmacherei bis heute.

1801

Patent auf das Tourbillon

Am 26. Juni erhält Breguet das Patent auf das Tourbillon. Der drehende Käfig soll Gangfehler von Taschenuhren in senkrechter Lage ausgleichen.

1839

Anfänge von Patek Philippe

Antoine Norbert de Patek und François Czapek gründen in Genf ihr Uhrenunternehmen. 1845 stößt Adrien Philippe hinzu, der einen Aufzug über die Krone ohne Schlüssel entwickelt hatte.

1845

Glashütte wird Uhrenstadt

Ferdinand Adolph Lange gründet am 7. Dezember in Glashütte eine Uhrenmanufaktur und begründet damit die sächsische Feinuhrmacherei.

1868

IWC in Schaffhausen

Der Amerikaner Florentine Ariosto Jones gründet in Schaffhausen die International Watch Company. Er will Schweizer Handwerk mit amerikanischen Fertigungsmethoden verbinden.

1904

Die Cartier Santos

Louis Cartier entwirft für den Flugpionier Alberto Santos-Dumont eine Armbanduhr, die er im Flug ablesen kann, ohne die Hände von der Steuerung zu nehmen.

1926

Die wasserdichte Oyster

Rolex lässt das Oyster-Gehäuse mit verschraubter Krone patentieren. 1927 übersteht eine Oyster, die Mercedes Gleitze bei einem Schwimmversuch im Ärmelkanal mitführt, über zehn Stunden im Meer.

1931

Die Reverso

Ein wendbares Gehäuse schützt das Uhrglas beim Polospiel. Die Reverso, heute von Jaeger-LeCoultre, wird zu einer Ikone des Art déco.

1953

Die modernen Taucheruhren

Blancpain stellt die Fifty Fathoms vor, Rolex die Submariner. Drehbare Lünette, gut ablesbare Leuchtmarkierungen und hohe Wasserdichtigkeit prägen seither die Taucheruhr.

1969

Mondlandung und El Primero

Buzz Aldrin trägt bei der Mondlandung eine Omega Speedmaster. Im selben Jahr stellt Zenith das El Primero vor, eines der ersten automatischen Chronographenwerke.

1969

Quarz am Handgelenk

Am 25. Dezember bringt Seiko in Tokio die Quartz Astron als erste Quarzarmbanduhr in den Handel. Die neue Technik stürzt die Schweizer Uhrenindustrie bald in eine tiefe Krise.

1972

Royal Oak von Audemars Piguet

Gérald Genta entwirft eine Sportuhr aus Stahl mit achteckiger Lünette und integriertem Band. Die Royal Oak begründet die Gattung der luxuriösen Sportuhr.

1976

Die Nautilus von Patek Philippe

Ebenfalls nach einem Entwurf von Gérald Genta erscheint die Nautilus, inspiriert vom Bullauge eines Schiffs. Sie wird zu einer der begehrtesten Stahluhren.

1990

Neubeginn von A. Lange & Söhne

Nach der Wiedervereinigung gründen Walter Lange und Günter Blümlein das Unternehmen am 7. Dezember in Glashütte neu. 1994 folgt die erste Kollektion mit der Lange 1.

1999

Spring Drive von Seiko

Seiko bringt das erste Spring-Drive-Werk auf den Markt: Eine Zugfeder treibt die Uhr an, eine quarzgesteuerte elektromagnetische Bremse regelt den Lauf.

2001

Die Freak und Silizium

Die Ulysse Nardin Freak gilt als erste Uhr mit Hemmungsrädern aus Silizium. Der Werkstoff verändert in den folgenden Jahren die Konstruktion von Spiralen und Hemmungen.

2015

Master Chronometer nach METAS

Omega und das Eidgenössische Institut für Metrologie führen die Master-Chronometer-Prüfung ein. Getestet wird die fertige Uhr, auch in einem Magnetfeld von 15.000 Gauss.

Glossar

Fachbegriffe der Uhrmacherei

Von Ankerhemmung bis Zifferblatt. Suchen Sie einen Begriff oder filtern Sie nach Thema.

Anglage

Kantenpolitur

Das Abschrägen und Polieren der Kanten von Brücken, Hebeln und Federn, meist im Winkel von 45 Grad. Hochwertige Handarbeit erkennt man an gleichmäßig glänzenden Fasen und an nach innen gerichteten Winkeln, die sich nur von Hand fertigen lassen.

Ankerhemmung

Schweizer Ankerhemmung

Die heute verbreitetste Hemmung mechanischer Uhren. Ankerrad und Anker geben die Energie der Zugfeder in kleinen, gleichmäßigen Portionen an die Unruh ab und halten sie zugleich in Schwingung. Das Prinzip geht auf den Engländer Thomas Mudge zurück, der die freie Ankerhemmung um 1755 erfand.

Aufzug

Handaufzug und Automatik

Beim Handaufzug spannen Sie die Zugfeder über die Krone, beim automatischen Aufzug übernimmt das ein Rotor, der sich mit den Bewegungen des Handgelenks dreht. Der Handaufzug erlaubt flachere Werke und freie Sicht auf das Räderwerk, die Automatik bietet Komfort im Alltag.

Bandanstoß

Lug-to-Lug

Die Hörner des Gehäuses, an denen das Armband befestigt wird. Das Maß von Hornspitze zu Hornspitze, im Englischen Lug-to-Lug, entscheidet stärker über den Tragekomfort als der Durchmesser: Ragt es über das Handgelenk hinaus, wirkt die Uhr zu groß.

Chronograph

Eine Uhr mit zusätzlicher Stoppfunktion, die über Drücker gestartet, angehalten und auf null gestellt wird. Gesteuert wird sie von einem Schaltrad oder einer Kulisse. Nicht zu verwechseln mit dem Chronometer, das eine geprüfte Ganggenauigkeit bezeichnet.

Chronometer

Eine besonders genau gehende Uhr, die eine offizielle Prüfung ihrer Ganggenauigkeit bestanden hat. Bei Schweizer Uhren steht dafür das Zertifikat der COSC nach ISO 3159, in Deutschland prüft etwa die Sternwarte Glashütte nach DIN 8319.

COSC

Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres

Die 1973 gegründete Schweizer Prüfstelle testet ungehäuste Werke 15 Tage lang in fünf Lagen und bei drei Temperaturen. Für das Zertifikat muss der mittlere tägliche Gang eines mechanischen Werks zwischen −4 und +6 Sekunden liegen.

Dreiviertelplatine

Eine große Platine, die rund drei Viertel des Werks abdeckt und die meisten Räder gemeinsam lagert. Ferdinand Adolph Lange führte sie 1864 in Glashütte ein. Sie sorgt für ein besonders stabiles Werk und gilt bis heute als Kennzeichen sächsischer Uhrmacherei.

Emaille

Grand Feu

Eine glasartige Schicht aus fein gemahlenem Glaspulver, die auf eine Metallplatte aufgetragen und gebrannt wird. Beim Grand-Feu-Verfahren geschieht das in mehreren Bränden bei sehr hohen Temperaturen. Das Ergebnis ist ein tiefer, dauerhaft farbbeständiger Glanz, doch jeder Brand birgt das Risiko von Rissen oder Blasen.

Ewiger Kalender

Quantième perpétuel

Ein mechanischer Kalender, der Monatslängen und Schaltjahre selbstständig berücksichtigt. Wegen der Regeln des gregorianischen Kalenders muss er erst im Jahr 2100 von Hand korrigiert werden, weil dieses Jahr kein Schaltjahr ist.

Faltschließe

Deployant

Eine Schließe, die sich zusammenklappen lässt und das Band beim Öffnen am Handgelenk hält. Sie schont Lederbänder, weil das Leder nicht bei jedem Anlegen gebogen wird, und verringert das Risiko, dass die Uhr beim An- und Ablegen herunterfällt.

Flyback

Retour en vol

Eine Chronographenfunktion, bei der ein einziger Druck auf den unteren Drücker den laufenden Stoppzeiger auf null setzt und sofort neu startet. Ursprünglich für Piloten gedacht, die aufeinanderfolgende Flugabschnitte ohne den Umweg über Stopp, Nullstellung und Start messen wollten.

Frequenz

Halbschwingungen, A/h

Die Schwingungszahl der Unruh, angegeben in Hertz oder in Halbschwingungen pro Stunde (A/h). Eine volle Schwingung besteht aus zwei Halbschwingungen, 28.800 A/h entsprechen also 4 Hz. Höhere Frequenzen verbessern tendenziell die Gangstabilität, beanspruchen aber Werk und Schmierung stärker.

Full Set

Eine Uhr mit allen Bestandteilen, die beim Neukauf dazugehörten: Box, Garantiekarte oder Zertifikat, Anleitung, oft auch Anhänger und Kaufbeleg. Auf dem Gebrauchtmarkt ist ein Full Set ein wichtiger Nachweis für Herkunft und Echtheit einer Uhr.

Gangreserve

Power Reserve

Die Zeit, die eine vollständig aufgezogene Uhr ohne erneutes Aufziehen läuft. Viele Automatikwerke erreichen eineinhalb bis drei Tage, Werke mit mehreren Federhäusern eine Woche und mehr. Eine Gangreserveanzeige macht den verbleibenden Vorrat auf dem Zifferblatt sichtbar.

Genfer Siegel

Poinçon de Genève

Ein 1886 per Gesetz geschaffenes Qualitätszeichen des Kantons Genf. Es verlangt, dass die Uhr im Kanton Genf montiert und reguliert wird und strenge Vorgaben zur Feinbearbeitung erfüllt. Seit 2012 umfasst die Prüfung auch die fertige, gehäuste Uhr mit Funktionstests.

Genfer Streifen

Côtes de Genève

Eine Dekoration aus parallelen, wellenförmig glänzenden Streifen auf Brücken, Platinen oder Rotoren. Sie entsteht mit einer rotierenden Schleifscheibe und ist vor allem durch einen Glasboden zu sehen. In Glashütte heißt die verwandte Verzierung Glashütter Streifenschliff.

GMT

Greenwich Mean Time

Eine Anzeige für eine zweite Zeitzone über einen zusätzlichen Zeiger, der das Zifferblatt in 24 Stunden einmal umrundet. Zusammen mit einer 24-Stunden-Skala auf Lünette oder Zifferblatt lässt sich die Zeit am Heimatort jederzeit ablesen, einschließlich Tag und Nacht.

Grande Complication

Eine Uhr, die mehrere große Komplikationen vereint, klassisch aus den Bereichen Zeitmessung, Kalender und Schlagwerk, etwa Chronograph, ewigen Kalender und Minutenrepetition. Eine verbindliche Definition gibt es nicht, der Begriff steht aber für die Spitze der Uhrmacherkunst.

Graumarkt

Handel mit neuen Uhren außerhalb des offiziellen Vertriebsnetzes der Hersteller. Die Uhren sind in der Regel echt, doch Garantieleistungen, Herkunft und Dokumentation können vom Kauf beim Konzessionär abweichen. Prüfen Sie daher Papiere und Garantiebedingungen sorgfältig.

Guillochage

Guilloché

Ein Verfahren, bei dem feine, sich wiederholende Muster mit einer handgeführten Guillochiermaschine in Zifferblätter oder Gehäuse graviert werden. Das Spiel des Lichts auf den Linien verleiht dem Zifferblatt Tiefe. Abraham-Louis Breguet machte die Technik in der Uhrmacherei berühmt.

Haute Horlogerie

Französisch für „hohe Uhrmacherkunst“. Der Begriff bezeichnet Uhren, die technisch und handwerklich auf höchstem Niveau gefertigt sind, mit aufwendigen Komplikationen, sorgfältiger Finissage und oft kleinen Stückzahlen. Eine feste rechtliche Definition gibt es nicht.

Heilige Dreifaltigkeit

Holy Trinity

Ein Sammlerbegriff für die drei traditionsreichen Schweizer Manufakturen Patek Philippe, Vacheron Constantin und Audemars Piguet. Sie stehen für eine lange Tradition, große Komplikationen und Uhrmacherei auf höchstem Niveau.

Heliumventil

Helium Escape Valve

Ein Ventil im Gehäuse von Taucheruhren für das Sättigungstauchen. In Druckkammern dringen winzige Heliumatome in das Gehäuse ein, beim Dekomprimieren könnte der Überdruck das Glas absprengen. Das Ventil lässt das Gas kontrolliert entweichen. Entwickelt wurde es Ende der 1960er-Jahre.

Jahreskalender

Annual Calendar

Ein Kalender, der zwischen Monaten mit 30 und 31 Tagen unterscheidet und nur einmal im Jahr, zum 1. März, korrigiert werden muss. Patek Philippe stellte 1996 mit der Referenz 5035 die erste Armbanduhr mit dieser Komplikation vor.

Kaliber

Die Typbezeichnung eines Uhrwerks, vergleichbar mit der Bezeichnung eines Motors. Ursprünglich beschrieb der Begriff Größe und Anordnung der Werkteile, heute steht er für ein bestimmtes Werkmodell mit festgelegtem Durchmesser, Höhe, Frequenz und Funktionsumfang.

Karussell

Karrusel

Wie beim Tourbillon dreht sich das Schwingsystem in einem Käfig, um Lagefehler auszugleichen, der Käfig wird jedoch über einen eigenen Zweig des Räderwerks angetrieben. Bahne Bonniksen ließ die Konstruktion 1892 in England patentieren, Blancpain belebte sie 2008 mit einem Karussell wieder, das sich einmal pro Minute dreht.

Komplikation

Jede Funktion einer mechanischen Uhr, die über die Anzeige von Stunden, Minuten und Sekunden hinausgeht. Das Spektrum reicht vom einfachen Datum über Chronograph und Mondphase bis zu ewigem Kalender, Tourbillon und Minutenrepetition.

Konzessionär

Authorized Dealer

Ein vom Hersteller autorisierter Fachhändler, der neue Uhren mit voller Herstellergarantie verkauft. Konzessionäre sind die offizielle Bezugsquelle für Neuware und bei vielen Marken auch Ansprechpartner für Service und zertifizierte gebrauchte Uhren.

Krone

verschraubte Krone

Das Rädchen an der Gehäuseflanke zum Aufziehen sowie zum Einstellen von Zeit und Datum. Eine verschraubte Krone wird auf ein Gewinde am Gehäuse gedreht und dichtet so ab, Rolex nutzte das Prinzip 1926 für das wasserdichte Oyster-Gehäuse. Vor dem Kontakt mit Wasser sollte sie stets vollständig verschraubt sein.

Lagersteine

Rubine

Gebohrte Steine aus synthetischem Rubin, in denen die Zapfen der Räder laufen. Sie verringern Reibung und Verschleiß. Das Verfahren wurde 1704 in London patentiert. Eine höhere Steinzahl bedeutet nicht automatisch eine bessere Uhr, entscheidend ist, wo die Steine sitzen.

Lünette

Bezel

Der Ring, der das Uhrglas einfasst. Bei Taucheruhren lässt er sich nur gegen den Uhrzeigersinn drehen, damit ein versehentliches Verstellen höchstens mehr verstrichene Tauchzeit anzeigt als tatsächlich vergangen ist. Bei GMT-Uhren trägt die Lünette oft eine 24-Stunden-Skala, bei Chronographen eine Tachymeterskala.

Magnetismus

Entmagnetisieren

Magnetfelder von Lautsprechern, Taschenverschlüssen oder Elektronik können die Windungen der Spiralfeder aneinanderhaften lassen. Die Uhr geht dann meist deutlich vor. Ein Uhrmacher kann sie in wenigen Minuten entmagnetisieren, Spiralen aus Silizium sind gegen dieses Problem weitgehend unempfindlich.

Manufaktur

Ein Hersteller, der seine Uhrwerke selbst entwickelt und zu großen Teilen selbst fertigt, statt zugekaufte Werke zu verwenden. Der Begriff ist nicht geschützt. Gemeint ist meist die eigene Herstellung zentraler Bauteile, oft verbunden mit dem Ausdruck „Manufakturkaliber“.

METAS

Master Chronometer

Das Eidgenössische Institut für Metrologie führte 2015 gemeinsam mit Omega die Master-Chronometer-Prüfung ein. Voraussetzung ist ein COSC-Zertifikat. Getestet wird die fertige Uhr, unter anderem in einem Magnetfeld von 15.000 Gauss, bei einer erlaubten Gangabweichung von 0 bis +5 Sekunden pro Tag.

Mikrorotor

Ein kleiner Aufzugsrotor, der in die Ebene des Werks eingelassen ist, statt über ihm zu kreisen. So entstehen besonders flache Automatikwerke, deren Brücken durch den Glasboden sichtbar bleiben. Piagets Kaliber 12P von 1960 war mit 2,3 Millimetern das flachste Automatikwerk seiner Zeit.

Minutenrepetition

Minute Repeater

Ein Schlagwerk, das auf Wunsch die Uhrzeit hörbar macht: tiefe Töne für die Stunden, Doppeltöne für die Viertelstunden und hohe Töne für die Minuten. Ausgelöst wird es meist über einen Schieber am Gehäuse. Die Minutenrepetition zählt zu den schwierigsten Komplikationen.

Mondphase

Phase de lune

Zeigt den Stand des Mondes in seinem rund 29,5-tägigen Zyklus. Einfache Konstruktionen mit 59-zahniger Scheibe weichen nach gut zweieinhalb Jahren um einen Tag ab, präzise Ausführungen erst nach mehr als 120 Jahren.

NOS

New Old Stock

Eine ältere Uhr oder ein Ersatzteil, das nie verkauft oder getragen wurde und im Originalzustand aus Lagerbeständen stammt. Echte NOS-Uhren sind selten und bei Sammlern gesucht, ihr unberührter Zustand sollte jedoch belegbar sein.

Patina

Die natürliche Alterung von Zifferblatt, Zeigern und Leuchtmasse, etwa cremefarben gewordenes Tritium oder gleichmäßig verblasste Farben. Viele Sammler schätzen gewachsene Patina als Zeichen von Originalität, künstlich gealterte Teile dagegen nicht.

Perlage

Eine Verzierung aus vielen sich überlappenden kleinen Kreisen, die mit einem rotierenden Stift auf Platinen und Brücken aufgebracht wird. Sie findet sich oft auch an Stellen, die erst beim Zerlegen des Werks sichtbar werden, und gilt als Zeichen sorgfältiger Veredelung.

Pre-Owned

CPO, Certified Pre-Owned

Gebrauchte Uhren aus zweiter Hand. Beim Certified Pre-Owned prüft der Hersteller oder ein autorisierter Händler Echtheit und Zustand, überholt die Uhr und gewährt eine eigene Garantie. Rolex führte ein solches Programm 2022 über seine Konzessionäre ein.

Rattrapante

Schleppzeiger, Split Seconds

Ein Chronograph mit zwei übereinanderliegenden Stoppsekundenzeigern. Ein zusätzlicher Drücker hält einen der beiden an, um eine Zwischenzeit abzulesen, während der andere weiterläuft. Ein erneuter Druck lässt den angehaltenen Zeiger wieder aufholen. Die Konstruktion gilt als besonders anspruchsvoll.

Referenznummer

Die Modellnummer, unter der ein Hersteller eine bestimmte Ausführung führt, etwa nach Material, Zifferblatt und Kaliber. Sie ist nicht mit der individuellen Seriennummer zu verwechseln. Für Sammler ist die Referenz der wichtigste Schlüssel, um eine Uhr eindeutig zu bestimmen.

Revision

Service

Die vollständige Wartung eines Uhrwerks: zerlegen, reinigen, verschlissene Teile ersetzen, ölen, regulieren und die Dichtigkeit prüfen. Wie oft sie nötig ist, hängt von Werk, Nutzung und Herstellerempfehlung ab. Bei wertvollen Uhren empfiehlt sich eine dokumentierte Revision durch Hersteller oder Fachwerkstatt.

Rohwerk

Ébauche

Ein unfertiges Uhrwerk, meist ein Satz aus Platine, Brücken und Räderwerk, das ein Hersteller zukauft und anschließend selbst montiert, veredelt und reguliert. Viele bekannte Marken haben über Jahrzehnte Rohwerke spezialisierter Zulieferer verwendet und individuell verfeinert.

Rotor

Die drehbar gelagerte Schwungmasse eines Automatikwerks, die bei jeder Bewegung des Handgelenks die Zugfeder spannt. Rolex ließ 1931 seinen frei drehenden „Perpetual“-Rotor patentieren, der das Prinzip moderner Automatikwerke prägte.

Saphirglas

Ein Uhrglas aus synthetisch hergestelltem Saphir. Mit einer Härte von 9 auf der Mohs-Skala ist es äußerst kratzfest, unter den gängigen Materialien ist nur Diamant härter. Eine Entspiegelung verringert Reflexionen, bei sehr harten Schlägen kann das Glas jedoch splittern.

Schwanenhals

Schwanenhals-Feinregulierung

Eine Feinregulierung, bei der eine geschwungene Feder in Form eines Schwanenhalses gegen den Rückerzeiger drückt, den eine Schraube in feinsten Schritten verstellt. Die meist aufwendig polierte Konstruktion ist ein typisches Merkmal hochwertiger Glashütter Werke.

Silizium

Silicium

Ein leichter, harter und antimagnetischer Werkstoff, aus dem heute Spiralfedern, Anker und Hemmungsräder geätzt werden. Teile aus Silizium kommen mit sehr wenig oder ganz ohne Schmierung aus. Die Ulysse Nardin Freak von 2001 gilt als erste Uhr mit Hemmungsrädern aus Silizium.

Skelettierung

Das Ausfräsen und Durchbrechen von Platinen und Brücken bis auf das statisch Notwendige, sodass man durch das Werk hindurchsehen kann. Bei Meisterstücken werden die verbleibenden Stege zusätzlich von Hand graviert und angliert. Die Kunst liegt darin, Stabilität und Leichtigkeit zu vereinen.

Spiralfeder

Unruhspirale

Die hauchdünne Feder, die die Unruh nach jeder Auslenkung zurückschwingen lässt und so ihren Takt bestimmt. Christiaan Huygens stellte das Prinzip 1675 vor und machte Taschenuhren damit erheblich genauer. Moderne Spiralen bestehen aus Speziallegierungen oder aus Silizium.

Spring Drive

Eine Antriebstechnik von Seiko: Eine klassische Zugfeder treibt das Werk an, doch statt einer Hemmung regelt eine quarzgesteuerte elektromagnetische Bremse ein Gleitrad. Der Sekundenzeiger gleitet dadurch völlig gleichmäßig. Seiko brachte die Technik 1999 auf den Markt, Grand Seiko nennt für viele Kaliber ±15 Sekunden pro Monat.

Swiss Made

Seit 2017 gilt für die Bezeichnung: Mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten der Uhr müssen in der Schweiz anfallen, das Werk muss schweizerisch sein, und Gehäusemontage sowie Endkontrolle müssen in der Schweiz erfolgen. Auch die technische Entwicklung muss dort stattfinden.

Tachymeter

Eine Skala auf Lünette oder Zifferblatt, mit der sich aus der gestoppten Zeit für eine bekannte Strecke die Geschwindigkeit ablesen lässt. Benötigt ein Fahrzeug für einen Kilometer 30 Sekunden, zeigt der Stoppzeiger auf 120, das Fahrzeug fuhr also 120 km/h.

Tourbillon

Ein drehender Käfig, der Unruh und Hemmung trägt und meist einmal pro Minute rotiert, um Gangabweichungen in senkrechten Lagen auszugleichen. Abraham-Louis Breguet erhielt 1801 das Patent darauf. Heute gilt das Tourbillon vor allem als Ausdruck höchster Fertigungskunst.

Tropical Dial

Ein ursprünglich schwarzes Zifferblatt, das sich durch UV-Licht und Alterung der Lackierung braun verfärbt hat. Der Name spielt auf Uhren an, die lange in tropischem Klima getragen wurden. Bei manchen Vintage-Modellen sind solche Zifferblätter besonders begehrt.

Unruh

Balance

Das Schwungrad des Uhrwerks, das zusammen mit der Spiralfeder hin und her schwingt und so den Takt vorgibt. Gemeinsam bilden beide den Gangregler, das eigentliche Herz einer mechanischen Uhr. Die Frequenz der Unruh bestimmt, wie oft der Sekundenzeiger pro Sekunde weiterspringt.

Wasserdichtigkeit

bar, ATM, Meter

Angaben in bar, ATM oder Metern beschreiben den Prüfdruck unter Laborbedingungen, nicht die erlaubte Tauchtiefe. 10 bar entsprechen rechnerisch etwa 100 Metern Wassersäule, Taucheruhren nach ISO 6425 müssen mindestens 100 Meter erreichen. Da Dichtungen altern, sollte die Dichtigkeit regelmäßig geprüft werden.

Weltzeit

World Time

Eine Anzeige, die die Uhrzeit aller 24 Zeitzonen gleichzeitig zeigt. Ein Städtering steht für die Zonen, darunter dreht sich ein 24-Stunden-Ring. Der Genfer Uhrmacher Louis Cottier entwickelte das System in den 1930er-Jahren, Patek Philippe machte es berühmt.