Am Anfang steht ein Lehrvertrag: 1755 nahm der 24-jährige Genfer Uhrmachermeister Jean-Marc Vacheron einen ersten Lehrling auf, und dieses Dokument gilt als Gründungsurkunde des Hauses. Sein Enkel Jacques-Barthélemy Vacheron holte 1819 den Kaufmann François Constantin als Partner ins Unternehmen, der die Uhren auf ausgedehnten Reisen in neue Märkte brachte. Auf Constantin geht auch der später zum Leitsatz gewordene Gedanke zurück, es stets besser zu machen, wenn möglich, und das sei immer möglich. Seither firmiert das Haus unter beiden Namen und hat seine Tätigkeit nie unterbrochen, auch nicht in Revolutionen, Kriegen und Krisen.
Ein dritter Name ist für die Entwicklung entscheidend: Georges-Auguste Leschot, der ab 1839 Maschinen wie den Pantographen einführte und damit die Fertigung austauschbarer Werkteile ermöglichte. Diese Verbindung aus handwerklicher Kultur und früher Industrialisierung prägt das Haus bis heute. Das Malteserkreuz, abgeleitet von einem Bauteil des Federhauses, wurde 1880 als Markenzeichen eingetragen. Seit 1996 gehört Vacheron Constantin zur Richemont-Gruppe, der Hauptsitz liegt in Plan-les-Ouates bei Genf.
Stilistisch bewegt sich die Manufaktur zwischen Genfer Strenge und kunsthandwerklicher Opulenz. Neben der puristischen Patrimony und der sportlichen Overseas pflegt sie die Métiers d’Art mit Emaille, Guillochage und Gravur, und in der Abteilung Les Cabinotiers entstehen Einzelstücke nach Kundenwunsch. Innerhalb der Haute Horlogerie verkörpert Vacheron Constantin damit die Rolle des Bewahrers, der Tradition nicht museal behandelt, sondern mit jeder Generation neu interpretiert. Das historische Stammhaus am Quai de l’Île in der Genfer Altstadt erinnert bis heute an die lange Präsenz in der Stadt.
Gegründet von: Jean-Marc Vacheron; ab 1819 François Constantin
Die Ikonen von Vacheron Constantin
Patrimony
Die puristische Linie mit schlanken Indizes und flachen Gehäusen steht für die Genfer Dresswatch in Reinform.
222
Zum 222. Firmenjubiläum von Jörg Hysek entworfen, war sie die erste Sportuhr des Hauses und wurde später als Historiques neu aufgelegt.
Overseas
Die Sportlinie mit einer vom Malteserkreuz inspirierten Lünette setzt die Idee der 222 fort.
Les Cabinotiers
In dieser Abteilung entstehen Einzelstücke und große Komplikationen, darunter Uhren mit Dutzenden Funktionen.
Manufaktur und Technik
Viele Kaliber von Vacheron Constantin tragen das Genfer Siegel, das Herkunft und Finissage nach strengen Kriterien bescheinigt: polierte Fasen, gerundete Zapfen, sorgfältig bearbeitete Schrauben. Die Manufaktur beherrscht das gesamte Spektrum klassischer Komplikationen und baute mit der Taschenuhr Ref. 57260 im Jahr 2015 eine der kompliziertesten Uhren überhaupt. Eine eigene Stärke sind die Métiers d’Art: Grand-Feu-Emaille, Guillochage von Hand, Gravur und Edelsteinfassung werden im Haus gepflegt und in Zifferblättern wie Gehäusen miteinander verbunden.
Bekannt ist Vacheron Constantin unter anderem für Minutenrepetition. Probieren Sie diese Komplikation an unserer Komplikationen-Uhr aus.
Für wen Vacheron Constantin passt
Für Kenner, die Zurückhaltung und kunsthandwerkliche Tiefe schätzen, und für Käufer, die Haute Horlogerie mit einer langen, ruhig erzählten Geschichte verbinden möchten.
Häufige Fragen zu Vacheron Constantin
Ist Vacheron Constantin die älteste Uhrenmanufaktur der Welt?
Vacheron Constantin gilt als älteste Uhrenmanufaktur mit ununterbrochener Geschichte seit der Gründung 1755. Andere Marken berufen sich auf frühere Daten, waren aber zeitweise nicht aktiv.
Zu welchem Konzern gehört Vacheron Constantin?
Seit 1996 gehört Vacheron Constantin zur Schweizer Richemont-Gruppe. Entwicklung und Fertigung befinden sich weiterhin in Genf, der Hauptsitz liegt in Plan-les-Ouates.
