Abraham-Louis Breguet, 1747 in Neuchâtel geboren, eröffnete 1775 seine Werkstatt am Quai de l’Horloge auf der Pariser Île de la Cité. In den folgenden Jahrzehnten entstanden dort Erfindungen, die die Uhrmacherei bis heute bestimmen: die selbstaufziehende „Perpétuelle“, der Stoßschutz „Pare-chute“, die nach ihm benannte Endkurve der Unruhspirale und das 1801 patentierte Tourbillon. Während der Französischen Revolution wich er in die Schweiz aus und kehrte 1795 nach Paris zurück, wo seine produktivsten Jahre begannen. Zu seinen Kunden zählten Marie-Antoinette, Napoleon Bonaparte und zahlreiche europäische Höfe.
Auch die Ästhetik, die man heute mit feiner Uhrmacherei verbindet, geht vielfach auf ihn zurück: gebläute Zeiger mit hohler Mondspitze, guillochierte Zifferblätter, gerippte Gehäuseflanken und eigene arabische Ziffern. 1810 bestellte Caroline Murat, Königin von Neapel, bei ihm eine Uhr am Armband, die als eine der frühesten bekannten Armbanduhren gilt. Berühmt ist auch die für Marie-Antoinette in Auftrag gegebene Taschenuhr Nr. 160 mit allen damals bekannten Komplikationen, die erst Jahrzehnte nach dem Tod der Königin vollendet wurde. Nach dem Tod des Gründers 1823 führten Sohn und Enkel das Haus weiter, später folgten verschiedene Eigentümer.
Seit 1999 gehört Breguet zur Swatch Group, die Manufaktur befindet sich in L’Abbaye im Vallée de Joux. Innerhalb der Haute Horlogerie nimmt die Marke eine besondere Stellung ein, weil sie nicht nur Komplikationen baut, sondern auf einen Erfinder zurückgeht, dessen Lösungen zum Allgemeingut des Fachs wurden. Kollektionen wie Classique, Tradition, Marine und Type XX übersetzen dieses Vermächtnis jeweils auf eigene Weise, mal streng klassisch, mal technisch offen, mal sportlich.
Gegründet von: Abraham-Louis Breguet
Die Ikonen von Breguet
Classique
Die Linie bündelt die Breguet-Codes: Guilloché, Mondzeiger, gerippte Gehäuseflanke und angelötete Bandanstöße.
Tradition
Sie legt das Werk zifferblattseitig offen und erinnert an die Konstruktion der historischen Souscription-Uhren.
Type XX
Der in den 1950er-Jahren für die französische Luftwaffe entwickelte Flyback-Chronograph ist das Werkzeug unter den Breguet-Modellen.
Reine de Naples
Die ovale Damenuhr erinnert an den Auftrag der Königin von Neapel und übersetzt ihn in eine heutige Formensprache.
Manufaktur und Technik
Breguet gehört zu den wenigen Manufakturen, die die Guillochage noch auf historischen, von Hand geführten Maschinen pflegen; die Zifferblattmuster entstehen in einer eigenen Werkstatt. Technisch verbindet das Haus Tradition und Forschung: Neben Tourbillons, ewigen Kalendern und Repetitionen setzt es Silizium für Spiralen und Hemmungsteile ein und hat Konstruktionen mit magnetisch gelagerter Unruhwelle entwickelt. Jede Uhr trägt eine individuelle Nummer und eine nur im Streiflicht sichtbare Signatur auf dem Zifferblatt, ein Schutz vor Fälschungen, den bereits der Gründer einführte.
Bekannt ist Breguet unter anderem für Tourbillon. Probieren Sie diese Komplikation an unserer Komplikationen-Uhr aus.
Für wen Breguet passt
Für Liebhaber klassischer Zifferblattkunst und historischer Uhrmacherei, die Details wie Guilloché und Mondzeiger zu lesen wissen, und für Sammler, die eine Marke mit Erfindergeist im Stammbaum suchen.
Häufige Fragen zu Breguet
Hat Breguet das Tourbillon erfunden?
Ja. Abraham-Louis Breguet erhielt 1801 in Paris das Patent auf das Tourbillon. Die drehende Käfigkonstruktion sollte die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit einer Taschenuhr ausgleichen.
Was sind Breguet-Zeiger?
So heißen schlanke, meist gebläute Zeiger mit einem hohlen, kreisförmigen Ring nahe der Spitze. Abraham-Louis Breguet führte diese Form ein, heute verwenden sie viele Hersteller.
