Heinrich Moser, Sohn eines Schaffhauser Uhrmachers, ging jung nach Russland und gründete 1828 in St. Petersburg ein Uhrenhaus, das bald zu den führenden Adressen des Zarenreichs zählte. Die Uhren ließ er in der Schweiz fertigen, unter anderem in Le Locle. Zurück in Schaffhausen wurde Moser zum Industriepionier: Mit dem Bau eines Wasserkraftwerks am Rhein schuf er die Grundlage für die Industrialisierung der Stadt, von der auch die junge International Watch Company profitierte. Moser gilt deshalb bis heute als eine der prägenden Unternehmerfiguren Schaffhausens.
Nach der Russischen Revolution verlor das Unternehmen seinen wichtigsten Markt, der Name überdauerte jedoch unter wechselnden Eigentümern. 2002 gründeten ein Urenkel Mosers und Partner die Moser Schaffhausen AG neu, 2005 erschienen die ersten Uhren der Neuzeit. Ende 2012 übernahm die MELB Holding der Familie Meylan die Mehrheit, unter der Leitung von Edouard Meylan fand die Marke in den Folgejahren zu ihrem heutigen, unverwechselbaren Stil. Sitz der Manufaktur ist Neuhausen am Rheinfall, unweit von Schaffhausen.
Unter der Familie Meylan besetzt Moser eine eigenständige Position unter den Unabhängigen: Zifferblätter mit Farbverlauf, oft ohne Logo und ohne Indizes, Gehäuse in klaren Formen, dazu Kampagnen, die mit feiner Ironie auf die Branche blicken. Die Swiss Alp Watch, die mechanisch die Silhouette einer Smartwatch zitierte, ist das bekannteste Beispiel; eine Uhr, deren Gehäusewerkstoff echten Schweizer Käse enthielt, kommentierte die Debatte um die Herkunftsbezeichnung „Swiss Made“. Technisch ist das Haus breit aufgestellt, mit eigenen Kalibern, Tourbillons, ewigen Kalendern und Minutenrepetitionen, die sich der reduzierten Ästhetik unterordnen.
Gegründet von: Heinrich Moser
Die Ikonen von H. Moser & Cie.
Endeavour
Die klassische Linie mit Fumé-Zifferblättern, schlanken Zeigern und zurückhaltendem Gehäuse bildet den Kern der Kollektion.
Streamliner
Das Stahlmodell mit integriertem Band und kissenförmigem Gehäuse brachte die Sportuhr in die Moser-Formensprache.
Swiss Alp Watch
Die rechteckige Uhr spielte mit der Silhouette der Smartwatch und enthielt ein mechanisches Handaufzugswerk.
Pioneer
Die robuste Linie mit höherer Wasserdichtheit zeigt die sportlichere, alltagstaugliche Seite der Marke.
Manufaktur und Technik
Über die Schwesterfirma Precision Engineering stellt Moser eigene Spiralfedern und Hemmungsteile her, eine Kompetenz, die in der Branche selten ist. Das Zifferblatt ist das zweite Markenzeichen: Die Fumé-Technik erzeugt einen Verlauf von der hellen Mitte zum dunklen Rand, oft auf einem Grund mit Sonnenschliff. Konstruktiv fällt der ewige Kalender auf, dessen Monat über einen kleinen zentralen Zeiger angezeigt wird und der sich jederzeit vor- und zurückstellen lässt. Viele Werke besitzen zudem ein austauschbares Hemmungsmodul, das den späteren Service erleichtert.
Bekannt ist H. Moser & Cie. unter anderem für Mondphase. Probieren Sie diese Komplikation an unserer Komplikationen-Uhr aus.
Für wen H. Moser & Cie. passt
Für Käufer, die klassische Mechanik mit ruhigem, modernem Design verbinden möchten und eine Marke mit Haltung und Humor schätzen.
Häufige Fragen zu H. Moser & Cie.
Was ist ein Fumé-Zifferblatt?
Fumé, französisch für „geräuchert“, bezeichnet einen Farbverlauf, der von der Mitte zum Rand hin dunkler wird. H. Moser & Cie. hat diese Zifferblätter zu einem Markenzeichen gemacht, oft in Kombination mit Sonnenschliff.
Wem gehört H. Moser & Cie.?
Seit 2012 gehört die Marke mehrheitlich der MELB Holding der Schweizer Familie Meylan. H. Moser & Cie. ist damit keinem großen Uhrenkonzern angeschlossen.
