Design und Joaillerie · seit 1847

Cartier

Pariser Formgebung, die die Armbanduhr geprägt hat

Gegründet1847
SitzParis, Frankreich
EigentümerEine der zentralen Maisons der Richemont-Gruppe
Preisniveau€€€€ bis ca. 15.000 €
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Louis-François Cartier übernahm 1847 die Pariser Werkstatt seines Lehrmeisters Adolphe Picard und legte damit den Grundstein eines Juwelierhauses, das bald auch für Kaiserin Eugénie arbeitete. Sein Sohn Alfred führte das Geschäft weiter, und dessen Söhne Louis, Pierre und Jacques bauten es zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur internationalen Adresse aus, mit Häusern in Paris, London und New York. Die Rue de la Paix in Paris ist bis heute der symbolische Stammsitz der Maison.

Louis Cartier erkannte früh, dass die Armbanduhr eine eigene Form verlangt und nicht nur eine verkleinerte Taschenuhr sein darf. 1904 entwarf er für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos-Dumont eine Uhr mit flachem, quadratischem Gehäuse und sichtbaren Schrauben, die Santos. 1917 folgte die Tank, deren Seitenholme an die Panzer des Ersten Weltkriegs erinnern sollen. Ab 1907 arbeitete Cartier mit Edmond Jaeger zusammen, dessen flache Werke solche Formen erst möglich machten. In den 1960er-Jahren entstand in London die Crash, eine bewusst verzerrte Form, die bis heute zu den ungewöhnlichsten Uhren der Maison zählt.

Heute ist Cartier eine der zentralen Maisons der Richemont-Gruppe, die Uhren entstehen in der Manufaktur in La Chaux-de-Fonds. Für die Uhrmacherei hat das Haus vor allem als Gestalter Bedeutung: Kaum eine andere Marke hat so viele Formen geschaffen, die zu feststehenden Begriffen geworden sind. Daneben pflegt die Maison eine eigene Haute Horlogerie mit skelettierten Werken, schwebend wirkenden Zeigern und aufwendigen Métiers d’Art. Prägend war auch Jeanne Toussaint, die ab den 1930er-Jahren den Schmuck der Maison leitete und den Panther zu ihrem Symbol machte.

Gegründet von: Louis-François Cartier

Die Ikonen von Cartier

1904

Santos

Für den Flugpionier Santos-Dumont entworfen, gilt sie als eine der ersten für das Handgelenk konzipierten Herrenuhren.

1917

Tank

Rechteckig, mit Holmen statt Bandanstößen, wurde sie zum Synonym der eleganten Formuhr.

1983

Panthère

Die Damenuhr mit geschmeidigem Gliederband trägt den Namen des Symboltiers der Maison.

2007

Ballon Bleu

Die gewölbte Rundform mit geschützter Krone und blauem Cabochon zeigt Cartiers Zugriff auf das runde Gehäuse.

Manufaktur und Technik

In La Chaux-de-Fonds entwickelt und fertigt Cartier eigene Kaliber, vom robusten Automatikwerk 1847 MC bis zu Werken der Haute Horlogerie mit Tourbillon, Skelettierung und Minutenrepetition. Eine Spezialität sind die „Mystérieuses“, bei denen die Zeiger scheinbar ohne Verbindung zum Werk über dem Zifferblatt schweben, eine Idee, die auf die berühmten Mystery-Uhren der 1910er-Jahre zurückgeht. In der Maison des Métiers d’Art werden Emaille, Mosaike aus Stein und Holz, Filigranarbeiten und Granulation gepflegt und auf Zifferblättern zu kleinen Kunstwerken verbunden.

Für wen Cartier passt

Für Träger, die eine Uhr als Gestaltungsobjekt verstehen und klassische Formen mit Schmuckcharakter suchen, vom Büro bis zum Abend.

Häufige Fragen zu Cartier

Was war die erste Armbanduhr von Cartier?

Als erste bedeutende Herrenarmbanduhr gilt die Santos, die Louis Cartier 1904 für den Flugpionier Alberto Santos-Dumont entwarf. In Serie wurde sie einige Jahre später angeboten.

Warum heißt die Cartier Tank so?

Louis Cartier entwarf die Tank 1917, und ihre Form wird traditionell auf die Panzer des Ersten Weltkriegs zurückgeführt: Die seitlichen Holme sollen an die Ketten erinnern, das Zifferblatt an die Kabine.